Hundegemälde

Hundebilder & Hundeportraits in Öl
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Ausstellung: „Perspektivenwechsel mit Hund“ im Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin

Max-Planck-Institut-Berlin-Hundegemaelde-1

Foto: Thera von Huene

Es ist für mich eine Herausforderung in einem renommierten deutschen Forschungs-Institut eine Ausstellung machen zu dürfen.
Ich erfuhr, dass dieser Ort der Begegnung aus Tradition regelmäßig Kunstausstellungen veranstaltet. Also habe ich mich bei der Kunstkommission beworben.

2013 hatte ich dann die Zusage, dass ‚meine Hunde‘ in das Max-Planck-Institut einziehen können und dort so lange verweilen dürfen wie meine Ausstellung läuft!
Die Vernissage ist am 20.November um 19.00 Uhr. Ende der Ausstellung ist am 10.Januar 2016.

Das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (www. mpib-berlin.mpg.de) ist ein Ort der Forschung und Begegnung. Hier arbeiten Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen in interdisziplinären Projekten zusammen – darunter Psychologen, Erziehungswissenschaftler, Soziologen und Mediziner, aber auch Historiker, Ökonomen, Informatiker und Mathematiker.

Im Fokus der Forschung stehen Fragen rund um die menschliche Entwicklung und Bildungsprozesse. So zum Beispiel:

Wie treffen wir Entscheidungen?
Haben Gefühle eine Geschichte?
Wie werden wir möglichst gesund und aktiv alt?
Wie lernen Kinder über Pflanzen?
Wie lernen Kinder lesen?
Wie wirken sich Erfahrungen auf unser Gehirn aus?
Wie gehen wir mit Risiken um?
Wie werden Gefühle und ihr Ausdruck kulturell geformt?
Wie wirksam ist Gehirnjogging?
Wie werden wir in einer unsicheren Welt risikokompetent?

Die aktuellen Forschungsergebnisse werden auf der Website des Instituts dargestellt, zudem gibt es von der Max-Planck-Gesellschaft ein regelmäßig erscheinendes Wissenschaftsmagazin in digitaler Aufbereitung. Jeder Interessierte kann das eMagazin hier herunterladen (http://www.mpg.de/mpforschung) und herausfinden, wie interessant verständlich aufbereitete Wissenschaft ist.

Max-Planck-Institut: Das Gebäude allein ist schon sehenswert

Foto: Thera von Huene

Foto: Thera von Huene

Erbaut in den Jahren 1972-74 von den Architekten Hermann Fehling und Daniel Gogel nach den beiden Prinzipien „Allein lesen und denken“ und „Mit anderen sprechen und arbeiten“, steht es eher im grünen Süden von Berlin und sorgt durch seine Treppenlandschaft im Inneren des dreistöckigen Gebäudes für immer neue Überraschungen durch neue Perspektiven. Das war und ist mein Thema in Bezug auf die Malerei!

Perspektivenwechsel: Was bedeutet das für mich?

Durch den Wechsel der Perspektive erfahre ich eine neue Sichtweise, bekomme neue Informationen. Indem ich mich auf die Meta-Ebene stelle, betrachte ich den Sachverhalt aus der Vogelperspektive! Durch diesen Abstand verstehe ich meinen eigenen Standpunkt genauer und kann eher auf die jeweilige Sichtweise des Anderen eingehen.

Fotos: Thera von Huene

Fotos: Thera von Huene

Wozu einen Perspektivenwechsel?

Mein Ziel ist die gegenseitige bessere Verständigung: Ich verstehe durch den Wechsel meine eigene Handlung besser, weil ich nicht in meiner Sichtweise verweile. Durch den Abstand und den dadurch möglichen Vergleich beider Sichtweisen habe ich Einblick in das Verhalten Anderer. Ich kann mich eher von Festgefahrenem lösen, andere Perspektiven nachvollziehen und diese dann auch genauer verstehen. Vielleicht versteht mich der/die Andere auch besser, so dass wir gemeinsam zu einer neuen gemeinsamen Lösung kommen können.
Voraussetzung dafür ist das Zuhören.

Hundegemaelde Der Hund und ich

Thera von Huene

Auch Humor ist durch einen Perspektivenwechsel möglich. Durch den Blick aus der Vogelperspektive kann eine Situation genauer analysiert, in ihre Einzelteile zerlegt, gemischt und neu, unerwartet zusammengelegt werden, wodurch Witz entstehen kann.
Was hat das mit meinen gemalten Hunden zu tun?

Hier geschieht der Wechsel der Perspektiven nicht mehr über die menschliche Sprache, auch nicht über die des Hundes: Sie findet analog über die Bildinformation statt. Und ist dadurch unerbittlich direkt, geht ohne digitale Übersetzung direkt ins Gehirn, in den visuellen Cortex!
Der bildhafte Hund vertritt die menschliche Seite, der Mensch betrachtet den vermenschlichten Hund, interpretiert für sich, vergleicht, hinterfragt!

Durch den Perspektivenwechsel entsteht Neues

Ich habe es selbst ausprobiert durch meine künstlerische Auseinandersetzung mit Gemälden ‚Alter Meister‘ aus der Renaissance, dem Barock, der Romantik, dem Impressionismus und der Moderne. Mit meiner neorealistischen Malweise und neuem Inhalt habe ich sie verändert.

Durch den Perspektivenwechsel entsteht jetzt ein neues Werk mit einem unterschiedlichen Bedeutungsinhalt, der eine Irritation, eine Verstörung auslöst. Das Gehirn sendet das Signal:

Irgendwie kommt mir dieses Bild vertraut vor! Woher kenne ich es? Wer hat es gemalt? Wo hängt es? Wie sieht das Original aus?
Auch wenn man es vorher nicht kannte, entsteht eine Neugierde, das Original kennen zu lernen!
Die Veränderung des Originals durch den Hund bleibt länger im Gedächtnis, weil es so ungewöhnlich, vertraut, aber dennoch irritierend, verstörend ist!

Das Malen aus einer ‚Hundeperspektive‘ stellt jedesmal neu an mich die Herausforderung des Eingehens auf die Malweise des Künstlers, das Leben in seiner Zeit. Was ist bekannt über den Maler? Den Kontext des Bildes? Die Suche beginnt!
Durch mich erfolgt keine Kopie des Originals. Die Veränderung entsteht während des ganzen Prozesses: Welches Original suche ich aus? Welcher Hund passt dazu? Was verändert sich, was muss bleiben, damit der Wiedererkennungswert des Originals hoch bleibt! Es entsteht plötzlich ein absolut neues zeitgenössisches Ölgemälde, das einen hochspannenden Dialog zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit auslöst.

Das Hundefräulein mit dem Perlenohrring

Das Hundefräulein mit dem Perlenohrring

Thera von Huene: Das Hundefräulein mit dem Perlenohrring
Öl auf Leinwand, 2015 – Hommage an Vermeer van Delft, 1665 –

Für die Einladung zur Vernissage habe ich aus meiner Gemäldegalerie „Das Hundefräulein mit dem Perlenohrring“ ausgewählt.

„Das Mädchen mit dem Perlenohrringgehänge“ von Vermeer van Delft ist Vielen bekannt, besonders, weil dazu ein Roman“ das Mädchen mit dem Perlenohrring“ von Tracy Chevalier veröffentlicht wurde, der anschließend von Peter Webber verfilmt wurde.

Das Hundegesicht verändert auf direkte Weise das Original und der oben beschriebene Prozess beginnt. Der direkte Blick und der leicht geöffnete Mund des Mädchens im Original wirkt wie eine Herausforderung. Ich habe diese Herausforderung durch die kleine Hundezunge in eine Art Frechheit umgewandelt, die jetzt neue Interpretationen mit neuem Inhalt möglich macht. Welche ist dem Betrachter vorbehalten.

Sie macht aber neugierig auf die Fragen: Wer hat das Original gemalt, wo hängt es , usw.
Die Auseinandersetzung beginnt, der Dialog der gegenseitigen Perspektiven ist eröffnet!

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